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Krankenkasse und Schwangerschaft – Leistungen, Kosten und Spartipps 2026

April 20268 Min. Lesezeit
Schwangere Frau bei der Vorsorgeuntersuchung

Inhaltsverzeichnis

Eine Schwangerschaft ist ein freudiges Ereignis – bringt aber auch zahlreiche Fragen rund um die Krankenversicherung mit sich. Was bezahlt die Grundversicherung? Lohnt sich eine Zusatzversicherung? Und wann sollte man die Kasse wechseln? Dieser umfassende Ratgeber beantwortet alle Fragen für werdende Eltern in der Schweiz.

1. OKP-Pflichtleistungen bei Schwangerschaft

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) deckt in der Schweiz umfangreiche Leistungen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ab. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) sieht hierfür eine besondere Regelung vor: Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt entfallen sowohl Franchise als auch Selbstbehalt vollständig.

Zu den Pflichtleistungen der OKP gehören:

Wichtig: Die Befreiung von Franchise und Selbstbehalt gilt ausschliesslich für schwangerschaftsbezogene Behandlungen. Eine Grippebehandlung in der 20. Woche wird weiterhin über die normale Kostenbeteiligung abgerechnet.

2. Franchise und Kostenbeteiligung

Für viele Schwangere ist die Frage der Kostenbeteiligung zentral. Das KVG unterscheidet klar zwischen schwangerschaftsbezogenen und allgemeinen medizinischen Leistungen:

ZeitraumSchwangerschaftsleistungenAndere Behandlungen
Vor 13. SSWFranchise + 10 % SelbstbehaltFranchise + 10 % Selbstbehalt
13. SSW bis GeburtKeine KostenbeteiligungFranchise + 10 % Selbstbehalt
Geburt bis 8 Wochen danachKeine KostenbeteiligungFranchise + 10 % Selbstbehalt
Ab 9. Woche nach GeburtFranchise + 10 % SelbstbehaltFranchise + 10 % Selbstbehalt

Für die ersten Schwangerschaftswochen kann es sich lohnen, eine tiefere Franchise zu wählen – insbesondere wenn bereits vor der 13. Woche Komplikationen oder häufige Arztbesuche zu erwarten sind.

3. Vorsorgeuntersuchungen im Detail

Die Schweizer Richtlinien sehen sieben reguläre Vorsorgeuntersuchungen vor, die gleichmässig über die Schwangerschaft verteilt werden. Zwei Ultraschalluntersuchungen sind standardmässig von der OKP gedeckt:

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen werden nur bei medizinischer Indikation von der OKP übernommen – beispielsweise bei Risikoschwangerschaften, Mehrlingsschwangerschaften oder auffälligen Befunden. Wer darüber hinaus 3D- oder 4D-Ultraschall wünscht, muss die Kosten selbst tragen oder eine passende Zusatzversicherung haben.

Pränataldiagnostik

Seit 2015 werden nicht-invasive Pränataltests (NIPT) bei erhöhtem Risiko von der OKP übernommen. Der Test kostet CHF 450–950, ist aber bei folgenden Indikationen gedeckt:

4. Geburt: Spital, Geburtshaus oder Hausgeburt

In der Schweiz haben werdende Mütter die Wahl zwischen drei Geburtsorten – die OKP deckt alle drei Optionen:

GeburtsortOKP-DeckungZusatzversicherung empfohlen?
Öffentliches Spital (allgemeine Abt.)Vollständig gedecktNur für Einzelzimmer
GeburtshausGedeckt bis CHF 900/TagFür Differenz je nach Haus
HausgeburtHebammenleistungen gedecktFür Rufbereitschaftspauschale
PrivatklinikNur Listenspital-TarifZwingend nötig

Wer eine Geburt in einer Privatklinik oder ein Einzelzimmer wünscht, benötigt eine Spitalzusatzversicherung – idealerweise mit der Deckungsstufe «halbprivat» oder «privat». Beachten Sie: Die meisten Versicherer verlangen eine Karenzfrist von 12 bis 24 Monaten vor der Geburt.

5. Zusatzversicherungen für Schwangere

Folgende Zusatzversicherungen können während einer Schwangerschaft besonders wertvoll sein:

Planungstipp: Schliessen Sie Zusatzversicherungen mindestens zwei Jahre vor einer geplanten Schwangerschaft ab, um Karenzfristen zu umgehen. Manche Versicherer lehnen Schwangere bei Neuanträgen ab.

6. Kassenwechsel vor der Schwangerschaft

Ein Kassenwechsel ist auch während der Schwangerschaft möglich – allerdings nur in der Grundversicherung. Die OKP kennt keine Gesundheitsprüfung und keinen Aufnahmevorbehalt. Für Zusatzversicherungen gilt das nicht: Hier können Versicherer Schwangere ablehnen oder Vorbehalte anbringen.

Empfehlung: Vergleichen Sie die Prämien in Ihrem Wohnkanton rechtzeitig. In vielen Kantonen unterscheiden sich die Monatsprämien um CHF 100–200 zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter.

7. Checkliste für werdende Eltern

  1. Zusatzversicherungen prüfen: Spitalversicherung, Komplementärmedizin – idealerweise vor der Schwangerschaft abschliessen
  2. Franchise anpassen: Bei Kinderwunsch auf CHF 300 wechseln (Frist: 30. November für das Folgejahr)
  3. Prämienvergleich durchführen: Grundversicherungsprämien in Ihrem Kanton vergleichen
  4. Hebamme frühzeitig suchen: Besonders in Städten sind gute Hebammen schnell ausgebucht
  5. Kind anmelden: Innerhalb von drei Monaten nach Geburt bei einer Krankenkasse versichern – rückwirkend ab Geburtsdatum. Alles dazu im Artikel Krankenkasse für Kinder und Neugeborene.
  6. Prämienverbilligung beantragen: Je nach Kanton steht Familien eine IPV zu

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