Franchise in der Krankenkasse — richtig wählen und sparen

Die Franchise ist einer der wichtigsten Hebel zur Prämienoptimierung. Erfahren Sie, welche Stufe zu Ihrer Gesundheitssituation passt und wie Sie bis zu CHF 1'700 pro Jahr sparen können.

Was ist die Franchise?

Die Franchise bezeichnet den jährlichen Betrag, den Sie aus eigener Tasche an Ihre Gesundheitskosten bezahlen, bevor die Krankenkasse beginnt, Leistungen zu übernehmen. Sie ist Teil der Kostenbeteiligung im Schweizer Krankenversicherungssystem nach KVG und gilt ausschliesslich für die obligatorische Grundversicherung (OKP).

Grundsätzlich gilt: Je höher Ihre Franchise, desto tiefer Ihre monatliche Prämie — und umgekehrt. Die Franchise funktioniert somit als eine Art Selbstversicherung: Wer bereit ist, im Krankheitsfall einen grösseren Teil der Kosten selbst zu tragen, wird mit einer geringeren Monatsprämie belohnt.

Die verfügbaren Franchise-Stufen werden vom Bundesrat festgelegt und gelten schweizweit einheitlich. Aktuell stehen Erwachsenen sechs Stufen zur Auswahl, Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren drei Stufen.

Die sechs Franchise-Stufen für Erwachsene

FranchiseMonatliche Prämienersparnis (ca.)Empfohlen für
CHF 300 (Minimum)Basis — keine ErsparnisChronisch Kranke, regelmässige Behandlungen
CHF 500CHF 10 – 20Moderate Gesundheitskosten
CHF 1'000CHF 25 – 45Gelegentliche Arztbesuche
CHF 1'500CHF 40 – 65Überwiegend gesunde Erwachsene
CHF 2'000CHF 55 – 85Junge, sportliche Versicherte
CHF 2'500 (Maximum)CHF 70 – 140Sehr gesunde Personen, maximale Ersparnis

Die tatsächliche Prämienersparnis hängt von Ihrem Wohnkanton, dem gewählten Versicherer und dem Versicherungsmodell ab. In Hochprämien-Kantonen wie Genf oder Basel-Stadt ist die absolute Ersparnis tendenziell grösser als in ländlichen Kantonen.

Franchise, Selbstbehalt und Kostenbeteiligung

Die Kostenbeteiligung in der Schweizer Grundversicherung besteht aus drei Elementen:

  • Franchise: Der jährliche Fixbetrag, den Sie zuerst selbst tragen (CHF 300 bis CHF 2'500).
  • Selbstbehalt: Nach Erreichen der Franchise übernimmt die Kasse 90 % der Kosten. Die verbleibenden 10 % zahlen Sie als Selbstbehalt — bis maximal CHF 700 pro Jahr (Erwachsene).
  • Spitalkostenbeitrag: Pro Spitaltag zahlen Sie zusätzlich CHF 15 (entfällt für Kinder, junge Erwachsene in Ausbildung und Schwangere).

Im ungünstigsten Fall betragen Ihre maximalen jährlichen Eigenkosten somit: Franchise (max. CHF 2'500) + Selbstbehalt (max. CHF 700) = CHF 3'200 — zuzüglich Spitalkostenbeiträge und Ihrer Monatsprämien.

Welche Franchise lohnt sich für Sie?

Die Entscheidung hängt von Ihren erwarteten jährlichen Gesundheitskosten ab. Als Orientierung dient folgende Faustformel:

Rechenbeispiel: Prämienersparnis bei CHF 2'500 vs. CHF 300 Franchise beträgt ca. CHF 1'700 pro Jahr. Werden Sie krank und verursachen hohe Kosten, zahlen Sie maximal CHF 2'200 mehr (Differenz Franchise CHF 2'200 + Selbstbehalt ist gleich). Die Franchise von CHF 2'500 lohnt sich also, wenn Ihre Gesundheitskosten in weniger als zwei von drei Jahren unter CHF 300 bleiben.

Für Personen mit regelmässigen Arztbesuchen, chronischen Erkrankungen oder laufenden Medikamentenbezügen ist die Mindestfranchise von CHF 300 fast immer die wirtschaftlich sinnvollste Wahl. Wer hingegen nur selten ärztliche Hilfe benötigt, profitiert deutlich von der maximalen Franchise.

Franchise für Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gelten reduzierte Franchise-Stufen:

  • CHF 0 (Basis — keine Franchise)
  • CHF 100
  • CHF 200
  • CHF 300
  • CHF 400
  • CHF 600 (Maximum)

Der maximale Selbstbehalt für Kinder beträgt CHF 350 pro Jahr. Viele Eltern entscheiden sich für die Null-Franchise, da Kinder häufiger zum Arzt gehen und die Prämienersparnis bei den höheren Stufen vergleichsweise gering ist.

Franchise ändern — wann und wie?

Sie können Ihre Franchise jährlich anpassen. Für eine Erhöhung der Franchise per 1. Januar müssen Sie die Änderung bis 31. Dezember des Vorjahres mitteilen. Für eine Senkung der Franchise gilt die gleiche Frist wie für die Kündigung: 30. November (Eingang bei der Kasse). Viele Versicherer bieten die Franchiseänderung online oder telefonisch an.

Eine Franchiseänderung ist auch ohne Kassenwechsel möglich. Prüfen Sie jedes Jahr, ob Ihre aktuelle Franchise noch zu Ihrer Gesundheitssituation passt.

Franchise optimieren und Prämie senken

Berechnen Sie jetzt, wie viel Sie mit der richtigen Franchise bei Ihrer Krankenkasse sparen können.

Zum Prämienrechner