Krankenkasse für Kinder und Neugeborene – der vollständige Ratgeber 2026
Inhaltsverzeichnis
In der Schweiz sind Kinder ab Geburt obligatorisch krankenversichert. Eltern haben drei Monate Zeit, ihr Neugeborenes bei einer Krankenkasse anzumelden – rückwirkend ab dem Geburtsdatum. Die Wahl der richtigen Kasse kann für Familien über die Jahre Tausende Franken an Ersparnissen bringen. Dieser Ratgeber erklärt alles Wichtige.
1. Versicherungspflicht ab Geburt
Gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) muss jede in der Schweiz wohnhafte Person – inklusive Neugeborene – über eine obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) verfügen. Die Versicherung gilt rückwirkend ab dem Geburtsdatum, sofern die Anmeldung innerhalb von drei Monaten erfolgt.
Wichtige Punkte zur Versicherungspflicht:
- Kinder werden in der Grundversicherung zu reduzierten Prämien versichert (0–18 Jahre)
- Die Unfalldeckung ist in der Kinderprämie automatisch enthalten
- Kinder können bei einer anderen Krankenkasse als die Eltern versichert werden
- Jedes Kind hat eine eigene Police und eine eigene Versichertenkarte
2. Anmeldung und Fristen
Die Anmeldung des Neugeborenen muss innerhalb von drei Monaten nach der Geburt erfolgen. Wird diese Frist eingehalten, besteht rückwirkender Versicherungsschutz ab dem Geburtstag. Bei verspäteter Anmeldung beginnt der Schutz erst ab dem Anmeldedatum – alles davor müssen die Eltern selbst bezahlen.
Praxis-Tipp: Bereiten Sie die Krankenkassen-Anmeldung bereits vor der Geburt vor. Sie können das Formular ausfüllen und nach der Geburt nur noch den Namen und das Geburtsdatum ergänzen. So vermeiden Sie Stress in den ersten Wochen.
3. Kinderprämien 2026 im Überblick
Kinder (0–18 Jahre) profitieren von deutlich tieferen Prämien als Erwachsene. Die Höhe variiert je nach Kanton und Versicherer:
| Kanton | Günstigste Prämie/Monat | Durchschnitt/Monat | Teuerste Prämie/Monat |
|---|---|---|---|
| Zürich | CHF 89.– | CHF 125.– | CHF 158.– |
| Bern | CHF 82.– | CHF 115.– | CHF 148.– |
| Luzern | CHF 78.– | CHF 108.– | CHF 140.– |
| Aargau | CHF 80.– | CHF 111.– | CHF 142.– |
| Genf | CHF 105.– | CHF 142.– | CHF 175.– |
Quelle: BAG/Priminfo 2026. Standardmodell, Franchise CHF 0.
Zwischen der günstigsten und teuersten Kasse liegt oft ein Unterschied von CHF 50–80 pro Monat – das sind bis zu CHF 960 pro Jahr und Kind.
4. Franchise und Kostenbeteiligung bei Kindern
Für Kinder gelten besondere Regelungen bei der Franchise:
- Franchise CHF 0: Standardmässig haben Kinder keine Franchise (kostenfrei)
- Wählbare Franchise: CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 oder CHF 600
- Selbstbehalt: 10 % der Kosten oberhalb der Franchise, maximal CHF 350 pro Jahr
- Familiendeckel: Maximal CHF 700 Selbstbehalt für alle Kinder einer Familie zusammen
Für gesunde Kinder, die selten zum Arzt müssen, kann eine höhere Franchise die Prämie senken. Bei chronischen Erkrankungen oder häufigen Arztbesuchen ist die Nullfranchise empfehlenswert.
5. Wichtige Zusatzversicherungen für Kinder
Für Kinder sind bestimmte Zusatzversicherungen besonders wertvoll – und sollten möglichst früh abgeschlossen werden:
- Zahnversicherung: Deckt Kieferorthopädie (Zahnspangen), Zahnsanierungen und Dentalhygiene. Frühabschluss = keine Gesundheitsprüfung. Mehr dazu: Zahnversicherung Schweiz
- Spitalzusatzversicherung: Rooming-in für Eltern, freie Spitalwahl bei Kindernotfällen
- Komplementärmedizin: Osteopathie, Homöopathie, Akupunktur – beliebt bei Eltern
- Brillenversicherung: Beiträge an Brille und Kontaktlinsen (OKP deckt nur CHF 180/Jahr bis 18 Jahre)
Goldene Regel: Schliessen Sie Zusatzversicherungen für Ihr Kind in den ersten drei Lebensmonaten ab. In dieser Zeit gibt es in der Regel keine Gesundheitsprüfung und keine Vorbehalte – das gilt ein Leben lang.
6. Kassenwahl: Gleiche oder andere Kasse als Eltern?
Eltern können ihr Kind bei jeder beliebigen Krankenkasse versichern – unabhängig von ihrer eigenen Versicherung. Das kann finanziell sinnvoll sein:
- Unterschiedliche Prämien: Die günstigste Kasse für Erwachsene ist nicht immer auch für Kinder am günstigsten
- Familienrabatte: Einige Versicherer (z.B. Concordia, Agrisano) bieten Rabatte ab dem zweiten Kind
- Verwaltungsaufwand: Alles bei einer Kasse ist einfacher im Alltag
7. Spartipps für Familien
- Prämienvergleich pro Kind: Vergleichen Sie die Kinderprämien separat – sie können sich stark unterscheiden
- Familienrabatte nutzen: Prüfen Sie, ob Ihr Versicherer Mehrkind-Rabatte anbietet
- Prämienverbilligung beantragen: In den meisten Kantonen erhalten Familien IPV für Kinder
- Alternatives Modell wählen: Telmed oder Hausarztmodell spart 10–20 % Prämie – auch für Kinder
- Zusatzversicherungen früh abschliessen: Tiefe Prämien, keine Vorbehalte, lebenslange Vorteile
- Jährlich prüfen: Die günstigste Kasse wechselt jährlich – Wechsel ist einfach